Onpage Analyse Tool Seolingo | Testbericht und Erfahrungen

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Seolingo Onpage Analyse Tool
Posted by: Carsten Feller Category: SEO Tools Tags: , , Comments: One Comment Post Date: 30. April 2015

Onpage Analyse Tool Seolingo | Testbericht und Erfahrungen

Eine gute Onpage Optimierung, möglichst nach den Vorgaben von Google* ist wichtig, wenn man mit seinen Webprojekten ganz vorne bei der Suchmaschine Nr. 1 mitspielen möchte. Es gibt mittlerweile einige ausgereifte Tools, die Webmaster und Seitenbetreiber bei der Optimierung und laufenden Verbesserung ihrer Projekte unterstützen. Mein persönliches Setup zur Onpage Analyse und Optimierung besteht zur Zeit aus den Webdiensten OnPage.org, Sistrix Toolbox, Xovi und Searchmetrics sowie dem Screaming Frog SEO Spider als lokal zu installierendem Programm. Ergänzt durch einige andere Tools, die ich je nach Bedarf nutze. Warum dann noch ein weiteres Tool, heute ist es Seolingo, unter die Lupe nehmen? Ganz einfach:

TL;DR

  • Einfache Registrierung
  • Tool zum Download und Installation unter Windows
  • Großer Analyseumfang mit über 70 verschiedenen Analysen
  • 30 Tage Test-Account und (eingeschränkte) Free Version

Allgemeines | Seolingo Website | Registrierung & Download

Ich probiere gerne neue Programme und Tools aus, es gibt immer etwas dazu zu lernen. In diesem Fall kam noch ein Tweet von Viktor Dite dazu, der mich neugierig gemacht hat. „Wichtige Einsichten…“ sind ja immer gut.

Ich fange dann gleich mal mit der Registrierung an und schreibe diesen Artikel neben der normalen Arbeit weiter. Hier kommt also nach und nach mehr Inhalt dazu. Here we go:

Schnelldurchlauf bis zum ersten Crawl

Für mich steht am Anfang immer die Frage: „Mit wem habe ich es zu tun?“ Da ich den Namen „Seolingo“ vorher noch nie gehört habe, schaue ich halt mal nach. Eine Google Suche bringt mir an erster Stelle die Webpräsenz des Tools. Eine Facebook Seite gibt es auch, Praktikanten wurden gesucht, das Ganze scheint noch recht neu zu sein, die Website wurde wohl im Juni 2014 aufgebaut. Im Impressum wird Daniel Lorig/Lorig Online Marketing als Betreiber genannt. Dieser Name führt mich zu der LOMI Webzauber GbR und hinein in die Reise- und Urlaubsbranche. Da wird also ein SEO Tool von jemandem vertrieben (und evtl. auch programmiert), der mitten aus der Webworker-, Onlinemarketing- und Entwicklerszene kommt. Das kann gut oder schlecht sein. Gut, wenn Know-how aus jahrelanger Berufserfahrung mit einfließt – schlecht, wenn es nur ein weiteres Standbein eines Webworkers ist, das möglichst schnell Umsatz bringen soll und dann umgehend wieder in der Versenkung verschwinden wird.

Auf der Toolwebsite finden sich (Stand 04.05.2015) noch 3 Blogposts aus dem Jahre 2014, eine Preisübersicht und selbstverständlich auch ein Link zum Partnerprogramm. Man kann sich dort auch für einen kostenlosen Testaccount registrieren lassen (was ich später tun werde) und auch die bestehenden Lizenzen verlängern. Gut gefällt mir die Featureübersicht, die das Tool ausführlich und durchgehend bebildert vorstellt. Hier als Beispiel ein Link zur Erläuterung des Features „Domainweite WDF*IDF Analyse„. Bei den Preisen war ich erst mal überrascht, wer bietet heutzutage noch Zugänge zu komplexen Tools an, bei denen es sogar unter € 25 pro Monat noch Auswahlmöglichkeiten gibt? Das schaue ich mir später noch mal genauer an. Eins noch: Muss denn immer alles auf WordPress Basis aufgebaut werden? Mangelt es da an Phantasie? Oder ist es, weil „das ja alle so machen?“ Eine merkwürdig programmierte Blogengine, die in letzter Zeit immer mehr Tendenzen zeigt ihre User zu bevormunden – und das ganze dann im Businesseinsatz? Evtl. noch mit Nutzerdaten in der Datenbank. Ich kriege da jedesmal eine Krise…

Ein Klick auf „Kostenlos testen“ bringt mich auf die die Registrierungsseite. Schaut alles recht übersichtlich aus. Ganz am Anfang hervorgehoben der Hinweis, dass das Angebot sich ausschließlich an Gewerbetreibende richtet. Für Privatpersonen gibt es die Seolingo-Tools zu kaufen. Es werden die üblichen, in diesem Falle 100, kostenlosen Promo-Testaccounts angekündigt. Mal schauen, ob heute noch einer übrig ist 🙂
Bei den Details zum Promo-Testaccount stutze ich. Da steht etwas von Systemvoraussetzungen und Windows?!

Ok, ich soll mir also im Jahre 2015 Software herunterladen um Webseiten zu analysieren. Ich habe kurz überlegt, ob sich der Bericht hier damit erledigt hat, mache aber erst mal weiter. Da hätte ich mir doch die Screenshots mal besser anschauen sollen.

Was spricht gegen eine lokale Softwarelösung? Wo soll ich anfangen? Neben der ganzen Installationsgeschichte, dem lokalen Speichern der Analysedaten (ich arbeite an mehreren Geräten, BackUp, Synchronisierung etc.) bin ich an ein Betriebssystem gebunden. Ich habe keine Probleme mit Windows, aber das gemütliche mit dem Tablet im Büro oder sonstwo auf dem Sofa Gesitze und trotzdem arbeiten fällt schon mal flach. Überhaupt: Sollen etwa alle Abfragen des Tools über meine IP Adresse laufen? Beim reinen Crawling ist das ja kein Problem, aber wie sieht es mit dem Auslesen der SERPS und anderen Abfragen aus, die Daten von Google ziehen? Lass ich mich mal überraschen.

Was spricht für ein lokal installierbares Programm? Für den Vertreiber einiges. Er spart sich sauteure Server/Proxy/Speicher Infrastruktur, die Beschränkung auf Windows mindert den Aufwand nochmals. Allerdings verbleiben so alle gesammelten Daten auf dem lokalen PC.

Für die Registrierung wird erfreulicherweise lediglich die E-Mail Adresse benötigt. Vor dem Klick auf „Account anlegen“ können noch die AGBs eingesehen werden, die überraschend kurz und verständlich ausfallen. Der Promo Account wird dann direkt nach dem Absenden der Mail Adresse angelegt.

Über eine Bestätigungsseite gelange ich zu den Downloads. Es gibt 2 x 2 Versionen. 32- und 64 Bit Versionen, und das gefällt mir jetzt besonders, jeweils auch eine Version ohne Installer, die direkt nach dem Entpacken lauffähig ist.

Zwischenbilanz

Bis hierher ist alles zufriedenstellend verlaufen. Die Website bietet eine sehr ausführliche Beschreibung der Features des Tools an. Die Details des Testaccounts werden erklärt, die Registrierung geht schnell und unkompliziert vonstatten.

Der erste Crawl

Ich beziehe mich im Folgenden auf die 64bit Windows-Installer Version von Seolingo.

Das Programm führt mich verständlich durch die weiteren Schritte bis zum ersten Crawl einer Domain.

  1. Nach dem ersten Programmstart wird die Lizenz eingegeben.
  2. Kontrolle der Lizenz-Informationen.
  3. Es wird ein neues Projekt angelegt.
  4. Die URL des Projektes eingeben.
  5. Den Speicherort der Projekt-Datei festlegen.
  6. Den ersten Crawl der Domain starten. Der Fortschritt des Crawls wird angezeigt.
  7. Nachdem der Crawl abgeschlossen ist wird unter Crawl –> Crawl auswählen das Ergebnis aufgerufen (geladen).

Ich habe die Defaultwerte verwendet, meine Domain war innerhalb weniger Minuten gecrawlt. Die Ergebnisse dieses und auch aller weiteren Crawls finden sich zur späteren Verwendung im Tool unter Crawl –> Crawl auswählen wieder und können von dort aufgerufen werden.

Vom ersten Start bis zum ersten Crawl in Bildern

Crawlergebnisse

Nach dem ich die Crawlergebnisse in das Tool geladen habe, werden mir in der Dokumentübersicht alle gecrawlten Seiten mit den wichtigsten Metriken angezeigt.

seolingo-dokumentuebersichtDie Reihenfolge der Ergebnisse ist hier nach dem Internen Link Rank (ILR) sortiert. Die Startseite eures Webprojektes sollte hier normalerweise an erster Stelle erscheinen.

Nach einem Klick auf einen Eintrag werden alle vom Tool zu dieser Seite ermittelten Werte auf einer Übersichtsseite angezeigt. Ein Rechtsklick öffnet ein Menü mit einigen weiterführenden Analysen für dieses Dokument.

3 interessante Features

Folgende nützliche Details sind mir in der Dokumentübersicht aufgefallen:

  • Der Instant-Filter, oben rechts im Tool. Beim Eintippen eines Suchbegriffs wird die Liste der Dokumente sofort entsprechend gefiltert. So läßt sich die Ergebnisliste schnell eingrenzen.
  • Die Möglichkeit, verschiedene Filter Presets festzulegen, die dann auf die gecrawlten Dokumente angewendet werden. seolingo-filterBeispiele: Es sollen nur Seiten im Verzeichnis /blog/ angezeigt werden.
    Tipp: Um wieder alle Dokumente in der Dokumentübersicht anzuzeigen, nach dem Entfernen der Filter noch mal bei leerer Liste auf „Dokumente filtern“ klicken. Erst dann werden wieder alle Dokumente angezeigt.
  • Es werden für jedes Dokument die relevantesten Terme angezeigt. Das sind die (Text/Informations-) Signale, die das entsprechende Dokument (an Google) aussendet. Dort sollten die Begriffe erscheinen, die den entsprechenden Artikel am besten repräsentieren.

Optimierungsstand im Seolingo Dashboard

seolingo-dashboardDer Menüpunkt Dashboard zeigt den jeweils aktuellen Stand der Onpage Optimierung an. Die einzelnen Optimierungsbereiche werden mit der Anzahl der Warnungen und Fehler sowie dem Grad der Optimierung angeordnet nach ihrer Wichtigkeit aufgeführt.

Die einzelnen Reporte

Seolingo bietet mir über 70 Einzelreporte, die alle Bereiche der Onpage Optimierung abdecken. Die einzelnen Reportseiten im Tool enthalten jeweils die Anzeige des Optimierungsstandes in Prozent und einen Überblick mit den Gesamtergebnissen des Reports, sowie einen Detailbereich, der über eine weitere Unterteilung zu den jeweils betroffenen Dokumenten meiner Webpräsenz führt. Mit einem Klick auf ein Dokument rufe ich auch hier wieder die Gesamtübersicht aller Metriken dieses einen Dokumentes auf.

Ich beschreibe hier exemplarisch den Report Inhalt –> Boilerplate-Content. Hier wird ermittelt, wieviel Prozent des Quellcodes eines Dokuments (Unterseite) nicht zum Hauptinhalt (Beitrag/Artikel) gehören. Es handelt sich um Inhalte, die sich unverändert in den meisten Unterseiten wiederfinden. Dazu gehören z. B. die Menüs, andere Navigationselemente, Seitenleisten, der Footerbereich, Werbung etc.

Überblick

seolingo-crawl-ergebnis-boilerplate-ueberblickSeolingo zieht hier zwei Schnitte: Bis 30% Boilerplate Content (grün) gelten als gut, mehr als 70% (rot) sind unbedingt zu vermeiden. Alles, was sich dazwischen befindet (gelb), sollte durch z. B. umfangreichere Inhalte oder den Abbau von vom Text ablenkenden Elementen in Richtung <30% verbessert werden.

Details

Genaue Informationen, welche Unterseiten wie stark betroffen sind, erhalte ich in der Detailansicht.

seolingo-crawl-ergebnis-boilerplate-detailsIch habe hier mal 70% bis 80% Boilerplate Content ausgewählt und erhalte direkt ein aussagekräftiges Ergebnis. Bei den angezeigten Dokumenten handelt es sich überwiegend um Tag-Seiten, also die Seiten, die angezeigt werden, wenn ein Besucher auf eines der Schlagworte in der Tagwolke klickt. Die Seiten werden hier automatisch vom verwendeten CMS erstellt und listen alle Artikel auf, die mit einem bestimmten Schlagwort versehen sind.

tag-seiteBeispiel für so eine Tag-Seite. Sieht absolut trostlos aus, oder? Ähnlich deprimierend ist das Fazit, welches Google zieht, nachdem so eine Seite vom Googlebot gecrawlt und anschließend bewertet wurde. Absoluter Low-Quality Inhalt mit Tendenz zu Webspam. Der Report liefert die Begründung:

  • Es gibt viele ähnliche Seiten,
  • die kaum Inhalt besitzen (126 Wörter) und
  • die gleichen Signale (relevante Terme) aussenden.

Das schreit geradezu nach einer Abwertung, mindestens dieser einzelnen Seiten. Das Gesamtbild der Webpräsenz wird dadurch selbstverständlich nicht verbessert.

ToDo

In diesem Falle wird es wohl das Beste sein, die aufgelisteten Seiten erst einmal auf „Noindex, Follow“ zu setzen um sie aus dem Google Index herauszuhalten.

Der Seolingo Workflow

Die Arbeit mit dem Tool gestaltet sich recht einfach und übersichtlich. Nachdem ein Crawl durchgeführt wurde, wird ein einzelner Report aufgerufen und die vom Tool angezeigten Fehler und Warnungen werden beseitigt. Ein neuer Crawl zeigt dann, ob die Probleme noch bestehen oder in dem Bereich alles optimiert ist.

Gerade bei CMS wie Joomla oder WordPress lassen sich durch globale Änderungen an der Konfiguration manchmal Hunderte von Fehlern auf ein Mal beseitigen.
Beispiele: Der Name der Website wird an jeden Dokumenttitel angehängt, dann wird die Länge der Titel bemängelt. So etwas lässt sich bei Joomla z. B. in der Konfiguration ausschalten. Oder es sind keine Canonical Tags gesetzt – ein Plugin wird installiert, welches das nun automatisch erledigt.

Fast alle der einzelnen Reporte sind nach dem Schema Übersicht –> Detail –> Auswahl nach Ampelfarben rot/gelb/grün angelegt. Auf der Überblick-/Detailseite jedes Reports werden Informationen zum Report angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger über das blaue Infosymbol oben, zwischen dem Namen des Reports und dem Optimierungsstand, fährt.

* Link zu den Richtlinien für Webmaster: https://support.google.com/webmasters/answer/35769

Warum eine Website auch ohne vernünftige Onpage Optimierung gut ranken kann, kann man bei Quicksprout nachlesen.

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Comment (1)

  • Daniel Lorig

    Danke für den ausführlichen Bericht.

    Zum Thema „Installierbare Software“ vs. „Software as a Service“ möchte ich dann noch was sagen. Die Entrüstung „Ich soll mir im Jahr 2015 eine Software installieren“ find ich dann doch ein bisschen übertrieben, zumal ja auch in der Einleitung gesagt wurde, dass auch der Screaming Frog Spider verwendet wird. 😉

    Natürlich ist mir klar, dass man sich insbesondere bei SEO-Tools mittlerweile daran gewöhnt hat, dass diese direkt online zugänglich sind. Das hat unwidersprochen Vorteile in der Handhabung für den Endnutzer. Aber es ist eben auch teuer und den Preis für die teure Infrastruktur tragen ja letztendlich nicht die Anbieter, sondern die Nutzer über den Preis des Endproduktes, der dementsprechend höher ist.

    Es war daher schon die explizite Idee, hier eine Software zu erstellen, die ähnliche Funktionalitäten anbietet wie andere Online-Services (dabei aber auch kein reiner Klon ist, sondern eigene Schwerpunkte setzt), aber durch den Verzicht auf teure Infrastruktur günstiger angeboten werden kann. Bei einer Software, die man regelmäßig nutzt, stört es meiner Meinung nach nicht, wenn man diese auch erst auf dem Rechner lokal installieren muss.

    Einzig die Beschränkung auf Windows war im Nachhinein betrachtet etwas unklug. Das hätte man natürlich besser vermieden, es lässt sich aber leider nicht mehr ändern, ohne die Software komplett neu zu erstellen.

    19. Juni 2015 at 17:09

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